ANGEPROBT & AUSPROBiERT

Am 1. November 2017 beginnt der neue Kurs „Methodische Grundlagen & Improvisation“.

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************************************************************************************************* Bereit sein ist alles
Profession versus Laienspiel: Leidenschaft im Schauspiel.

Shakespeares wohl berühmteste Tragödie „Hamlet“ (1599-1602) beinhaltet nicht nur das ikonisch dialektische Zitat „Sein oder nicht sein“, sondern auch eine gerade für angehende Schauspieler wichtige Lebensweisheit: „Bereit sein ist alles.“ Über den Berliner Schauspiel- verein „Winternachtstraum e.V.“ und schauspielerische Passionen. // Daniel Wachowiak (18.07.2017).

In einem Zeitraum von circa 7-8 Monaten treffen sich einmal wöchentlich im „Theaterhaus Mitte“ bis zu 14 junge Menschen im Alter von 18-30 Jahren, um methodische Grundlagen nach Brecht, Stanislawski und Johnstone sowie die Kunst der Improvisation zu erlernen. Ihr Kursleiter Michael Gitter, Bühnenschauspieler und Schauspieldozent, achtet dabei genau auf eine spezielle Heterogenität innerhalb der Gruppe. Angehende Profis und Amateure etablie- ren dabei einen „Ensemblegeist“, der Konkurrenzgedanken und Leistungsdruck obsolet er- scheinen lassen.

Scheitern gehört dazu!

Gegründet 2003, ist der Name des Vereins Programm: Der englische Film „Ein Winter- nachtstraum“ (1995) von Kenneth Branagh erzählt die Geschichte von erfolglosen Schau- spielern bzw. Amateuren (lat. amator „Liebhaber“), die in den Proben zu einem Stück, anstatt der perfekten Bühnenkunst, etwas im Vergleich dazu viel Wichtigeres demonstrieren – Menschlichkeit.

„Wenn man das Leben darstellen will, muss man daran teilnehmen“ versichert Michael Gitter seinen jungen Schauspielern in den Kursen. Ferner sind es solche Parameter, wie etwa Bo- denhaftigkeit, eine hohe Einsatzbereitschaft und Energie (Leidenschaft), die individuelle So- zialisation in der Gruppe und der Demut vor der Bühne, die über die grundlegenden Schau- spieltechniken weit hinausgehen und im sogenannten Laienschauspiel „erfahren“ werden können.

Ein zentrales Paradigma des Kurses stellt der Begriff des „Scheiterns“ dar. Wie im realen Leben, so scheitern selbstverständlich auch die Kursteilnehmer auf den sprichwörtlichen „Brettern, die die Welt bedeuten.“ Talent allein spiegelt nach Michael Gitter dementspre- chend höchstens 6-10% des Schauspielberufes wider. Vielmehr ist es aber die fortwährende Arbeit an einem selbst, Fleiß, die nötige Hingabe und die Bereitschaft persönliche „Schwä- chen“ als Chancen anzuerkennen, die die eigentliche Arbeit des Schauspielers symbolisie- ren.

Prekäre Arbeitsbedingungen

Viele professionelle Schauspieler arbeiten freiberuflich und sind im Durchschnitt mehr als die Hälfte des Jahres ohne eine feste Anstellung. Als Folge sind der Wegfall des Arbeitslosen- geldes und die unabdingbare Altersarmut als „Schattenseiten“ dieses Berufes auszumachen. Eine Profession, die somit auch wahrlich Leiden schafft.

Ein positiver Leistungsdruck

Im Berliner Schauspielverein „Winternachtstraum“ dürfen die Schauspieler, die in der Realität oft fernab der Kunst berufliche Wege einschlagen und beispielsweise Maschinenbau studie- ren, einem Hobby „semiprofessionell“ (in einer Abschlussinszenierung etc.) nachgehen.

„Weil sie scheitern dürfen, werden sie nicht gezwungen gut zu sein“ formuliert Michael Gitter seinen Lehranspruch, und drückt letztlich somit den positiven Grundtenor des Vereins aus.

 

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Grundlagenkurs 2016/2017

KURS 2016_17

Josefine Einsiedel, Jonathan Forck, Réká Fehér, Alexander Göldner, Leandra Giese, Paul Graf, Ruqi Nissen, Tom Kwiatkowski, Thu-Ha Nguyen, Daniel Wachowiak, Frauke Thiemann, René Wolters, Heidi Wagner

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